• Insulin
    Diabetes mellitus

    Hier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema Diabetes Typ 1 und Typ 2



Was ist Diabetes?

Bei Diabetes handelt es sich um eine der meistverbreiteten Volkskrankheiten der letzten Jahrzehnte. Bereits im alten Griechenland war die Zuckerkrankheit bekannt, woher auch ihr Name stammt. Übersetzt bedeutet Diabetes mellitus „honigsüßer Durchfluss“ und beschreibt damit auch das Hauptsymptom der Stoffwechselerkrankung – Ausscheidung von Zucker über den Urin. In der Medizin steht Diabetes für einen Sammelbegriff zahlreicher heterogener Stoffwechselstörungen, die alle durch Hyperglykämie (Überzuckerung des Blutes) gekennzeichnet sind. Auch wenn es zahlreiche Formen der Zuckerkrankheit gibt, unterscheidet man in der Regel zwischen den zwei am häufigsten auftretenden Formen, die etwa 95 Prozent der Gesamtheit ausmachen: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Eine detaillierte Unterscheidung der beiden Erkrankungsformen finden Sie hier.


Generell lässt sich sagen, dass es sich bei Diabetes Typ 1 um eine erbliche Autoimmunkrankheit handelt. Diabetes Typ 2 hingegen wird meist durch starkes Übergewicht in Verbindung mit falscher Ernährung ausgelöst. Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass sich die Zahl der weltweit Betroffenen innerhalb der letzten 10 Jahre etwa verdoppelt hat. Derzeit geht man von ungefähr 400 Millionen erkrankten Menschen aus. Experten prognostizieren einen weiteren Anstieg in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.


Wenn man bedenkt, dass ein Diabetiker bis zu viermal höhere Kosten verursacht als eine gesunde Person, lässt sich die enorme Belastung für das Gesundheitssystem erahnen. Der folgende Artikel wird Ihnen alle wichtigen Informationen zu dem Thema Diabetes mellitus liefern. Auch eine Alternative zu den schulmedizinischen Behandlungsmethoden soll aufgezeigt werden.




1. Diabetes in Zahlen


Erkrankungszahlen

Wie bereits in der Einleitung erwähnt ist Diabetes mellitus eine Volkskrankheit, die ihrem Ruf gerecht wird. Der deutsche Gesundheitssurvey aus dem Jahre 2012 hat gezeigt, dass etwa sieben Prozent der Bevölkerung an der Zuckerkrankheit leiden. Weitere 2 Prozent stehen unter Verdacht noch nichts von ihrer Erkrankung zu wissen. Addiert ergibt sich dabei eine Menge von fast 10 Prozent. In Zahlen gesprochen handelt es sich alleine in Deutschland um etwa 8 Millionen Betroffene. Vergleicht man die aktuellen Werte mit Ergebnissen aus der Vergangenheit, zeigt sich dabei ein 50-prozentiger Anstieg innerhalb der letzten 10-15 Jahre. Davon sind besonders Personen ab 65 Jahren betroffen, denn allein diese Gruppe macht etwa 50 Prozent der Erkrankungsfälle aus.


Formen von Diabetes

Mit einem Anteil von circa 90 Prozent leiden die meisten Betroffenen unter Diabetes Typ 2, weitere 5 Prozent sind an Diabetes Typ 1 erkrankt. Die restlichen Fälle teilen sich vor allem unter Schwangerschaftsdiabetes und seltenen Erkrankungsformen auf. Aktuelle Studien lassen vermuten, dass vor allem bei Diabetes Typ 2 hohe Dunkelziffern existieren. Die im Jahre 2000 durchgeführte KORA-Studie hat offengelegt, dass in der Altersgruppe zwischen 55 bis 74 etwa 8 Prozent der Diabetes Typ 2 Fälle noch unentdeckt sind. Vergleicht man dies mit den Ergebnissen anderen Länder so liegt Deutschland auf dem ersten Platz in Europa was die Diabeteshäufigkeit angeht.


Diabetes in der Schwangerschaft

Auch die Fälle von Diabetes mellitus während der Schwangerschaft haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Von etwa 640.000 Geburten im Jahr 2011, wurde bei rund einem Prozent der Frauen präkonzeptioneller Diabetes festgestellt. Bei weiteren 28.000 Frauen wurde die Diagnose während der Schwangerschaft zum ersten Mal gestellt. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl des sogenannten Gestationsdiabetes mehr als verdoppelt. Weitere Information zu Diabetes in der Schwangerschaft finden Sie hier.

Diabetes Schwangerschaft

Regionale Besonderheiten

Wer denkt, die Diabetesfälle in Deutschland verteilen sich gleichmäßig, der irrt. Forscher des DIAB-CORE Bunds konnten nachweisen, dass die Verteilung ein Nordost-Südwestgefälle aufweist. Generell ist die Gefahr zu erkranken in wirtschaftlich schwachen Regionen deutlich größer. Auch ein niedriger Bildungsstand sowie Arbeitslosigkeit werden häufig mit Diabetes Typ 2 in Verbindung gebracht. Dabei ergeben sich beispielsweise folgende Zahlen: In Halle leiden 12 Prozent der 45-74 jährigen an der Zuckerkrankheit wohingegen in der Region um Augsburg nur etwa 6 Prozent der gleichen Altersgruppe betroffen sind.


Erkrankungsentwicklung

Die durchschnittliche Neuerkrankungsrate der Altersgruppe 55-74 liegt in Deutschland momentan bei 15,5 Fällen pro 1.000 Personen. Starke Unterschiede ergeben sich hier jedoch je nach Geschlecht. Bei Männern liegt die Rate bei 20,2 bei Frauen nur bei 11,3 pro 1.000 Personen. Expertenprognosen deuten auf einen weiteren Anstieg dieser Zahlen hin. Allein in der oben erwähnten Altersgruppe (55-74) wird ein Anstieg um 1,5 Millionen vorausgesagt. Vor allem Übergewicht, Fast Food und zu wenig Bewegung zählen zu den Hauptursachen.





2. Geschichte der Diabetologie


Antike

In der Retrospektive handelt es sich bei der Erforschung von Insulin um einen wichtigen Meilenstein in der Medizingeschichte, denn noch bis vor wenigen 100 Jahren bedeutete Diabetes mellitus den sicheren Tod. Bereits in der Antike beschäftigte sich der Grieche Aretaios mit der Zuckerkrankheit. Er beschrieb die Krankheit als rätselhaft und ihre Symptome als ein furchtbares Leiden.


17.-19. Jahrhundert

Weitere Entdeckungen wurden dann erstmals im 17. Jahrhundert von Thomas Willis gemacht. Er hat erstmals den süßen Geschmacks des Urins bei Diabetes entdeckt, weswegen die Erkrankungen zeitweiße auch „Willis‘ desease“ genannt wurde. Des Weiteren beschrieb er bei seinen Patienten die Symptome der diabetischen Neuropathie. An eine Heilung der Zuckerkrankheit war damals aber noch nicht zu denken. Zwar hat man bereits zu dieser Zeit erkannt, dass eine hypokalorische Diät den Betroffenen half, jedoch konnten diese Ergebnisse nicht weiter interpretiert werden. Erst im Jahre 1776 entdeckte der britische Arzt Matthew Dobson, dass Zucker für den süßen Geschmack des Urins verantwortlich ist. Allerdings dauerte es noch einmal fast 100 Jahre bis erstmals konkrete Ansätze zur Therapie von Diabetes etabliert wurden. Ein erstes grundlegendes Werk für den Umgang mit der Erkrankung wurde von dem französischen Arzt Apollinaire Bouchardart veröffentlicht.


Sein Werk mit dem Original-Titel „De la glycosurie ou Diabète sucré son traitement hygiénique“ dient bis heute als wichtiges Nachschlagewerk. Einige seiner Erkenntnisse, beispielsweise auf dem Gebiet der Ernährung, Bewegung und Gewichtsreduktion, finden immer noch Anwendung. Es war ebenfalls ein Franzose namens Etienne Lancereaux der im Jahre 1880 zum ersten Mal eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Formen der Diabetes („magerer“ und „fetter“ Diabetes) durchführte. Einige Jahre später entdeckte man durch einen Zufall den Zusammenhang zwischen Bauchspeicheldrüse und dem Blutzuckerspiegel. Noch im selben Jahrhundert versuchte man zum ersten Mal Diabetes mit Hilfe von subkutanen Injektionen eines Pankreasextrakts zu bekämpfen. Dieses Extrakt wird aus der Bauchspeicheldrüse gewonnen und dann mit Hilfe einer Spritze unter die Haut injiziert.


20. Jahrhundert

Der Durchbruch gelang einige Jahre später im 20. Jahrhundert mit der Entdeckung und Erforschung des Insulins durch den deutschen Internisten Georg Ludwig Zülzer. Im Jahre 1916 gelang es zum ersten Mal Insulin aus dem Pankreasgewebe zu extrahieren. Nur kurze Zeit später war es schließlich möglich, Diabetespatienten erfolgreich mit dem neuentdeckten Mittel zu behandeln. Die nächsten Jahrzehnte waren vor allem durch die Verbesserung der Insulinherstellung gekennzeichnet. Mit der Erfindung von Insulinpumpen und Pens wurde schließlich das moderne Zeitalter der Diabetologie eingeläutet.





3. Unterschiede zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2

Bereits zu Beginn wurde dargelegt, dass sich Diabetes mellitus in zwei Hauptformen unterteilt: Diabetes Typ 1, auch insulin-abhängiger Diabetes genannt, da hier das Hormon Insulin nicht vom Körper gebildet werden kann. Typ 2 wird dementsprechend auch nicht-insulinabhängige Diabetes genannt, denn die Bauchspeicheldrüse bildet das Hormon selbst. Der Körper kann das Insulin nur nicht richtig aufnehmen.


Natürlich gibt es noch viele weitere Unterschiede auf die wir im Folgenenden eingehen wollen. Zunächst muss man sich der Häufigkeitsverteilung bewusst werden. An Diabetes Typ 1 leiden etwa eine halbe Million Menschen, an Typ 2 ganze 5-6 Millionen. Auch das Alter in dem der Diabetes eintritt ist unterschiedlich. Personen, die von Typ 1 betroffen sind, besitzen ihr Leiden meist seit dem Kindes- oder Jugendalter. Es gibt jedoch keine Altersgrenze, weshalb auch Erwachsene an Diabetes Typ 1 erkranken können. Typ 2 tritt vor allem bei älteren Personen auf, weshalb die Erkrankung auch Altersdiabetes genannt wird. In den letzten Jahren beobachten Forscher mit Sorge, dass auch immer mehr junge Menschen an dieser Form der Zuckerkrankheit leiden.


Als Ursachen sind hier oftmals Übergewicht in Kombination mit zu wenig Bewegung zu nennen, was wiederum zu einer fortschreitenden Insulinresistenz führt. Diabetes Typ 1 hingegen hat seine Wurzeln in einer genetischen Prädisposition, was eine Zerstörung der Beta-Zellen zur Folge hat. Gekennzeichnet ist diese Form von Diabetes durch subakutes bis hin zu akutem Auftreten.

Im Gegenteil dazu verläuft Typ 2 meist schleichend sodass Betroffene lange nichts von Ihrem Leiden wissen. Meist kommt es nur zu schwachen Stoffwechselbeschwerden, die für den Betroffenen kaum wahrnehmbar sind. Die größte Gefahr geht jedoch von teils schweren Gefäßschäden aus, die sich im Laufe der Zeit bilden.


Diabetes Typ 1 macht sich dagegen viel deutlicher bemerkbar. Typische Symptome sind: Polydipsie (krankhafter Durst), Polyurie (stetiger Harndrang) sowie Gewichtsverlust und Müdigkeit. Auch in Bezug auf das Körpergewicht unterscheiden sich die beiden Ausprägungen der Zuckerkrankheit. Typ 2 Diabetiker sind häufig übergewichtig, da dies oftmals der Auslöser für die Erkrankung ist. Betroffene, die unter Typ 1 leiden sind meist normalgewichtig, mit einem Hang zum Untergewicht. Daher unterscheidet sich in beiden Fällen auch die Art der Behandlung. Personen mit Diabetes Typ 2 kann oftmals bereits durch eine Ernährungsumstellung in Verbindung mit Sport und viel Bewegung deutlich geholfen werden. Typ 1 Diabetikern bleibt nur die lebenslange Insulintherapie, da ihr Körper das wichtige Hormon nicht selbst herstellen kann.





4. Diabetes Symptome

Bereits im vorherigen Kapitel wurde kurz auf die Symptome von Diabetes mellitus eingegangen. Nun soll die Symptomatik der beiden Hauptformen Typ 1 und 2 Diabetes genauer beleuchtet werden. Zunächst muss noch einmal klargestellt werden, dass sich hinter dem Begriff „Diabetes“ verschiedene Erkrankungsformen verbergen. Daher wird im Folgenden zwischen den zwei häufigsten Arten differnziert, um die Unterschiede im Verlauf klar herauszuarbeiten


Diabetes Typ 2

Da Typ 2 oder auch Altersdiabetes die häufigste Ausprägung ist, wollen wir darauf zuerst eingehende. Gekennzeichnet ist die Form durch die zunehmende Resistenz der Körperzellen gegenüber Insulin. Das Hormon dient normalerweise dazu Glucose von der Blutbahn in die Zellen weiterzuleiten, die den Zucker zur Energiegewinnung benötigen. Ist diese Weitergabe nicht möglich steigt infolgedessen der Blutzuckerspiegel. Risikofaktoren bei dieser Diabetesform sind meist starkes Übergewicht, genetische Veranlagung sowie Bewegungsmangel. In den meisten Fällen sind ältere Menschen betroffen, jedoch ist die Zahl der jungen Patienten in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen.Diabetes Insulin


Diabetes Typ 1

Die zweithäufigste Form der Erkrankung nennt sich Diabetes Typ 1. Hierbei handelt es sich um eine weitaus seltenere Ausprägung, welche durch eine Zerstörung der Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet ist. Die einzige Möglichkeit dieser Krankheit entgegenzuwirken, ist die lebenslange Injektion von Insulin. Meist tritt Diabetes Typ 1 im Kindes- oder Jugendalter auf.


Typische Symptome


  • Häufiger Harndrang: Dieses Symptom wird durch den übermäßigen Anteil an Zucker im Blut hervorgerufen. Durch das häufige Wasserlassen (im Fachjargon Polyurie genannt) versucht der Körper seinen Blutzuckergehalt auszugleichen. Dies gilt häufig als eines der ersten Anzeichen für Diabetes.

  • Ständiger Durst: Durch den verstärkten Harndrang kann es zu einem Wassermangel kommen, dem nur durch erneute Flüssigkeitsaufnahme entgegengewirkt werden kann.


  • Müdigkeit; Abgeschlagenheit: Der erhöhte Blutzucker führt bei vielen Betroffenen zu Antriebslosigkeit.


  • Gewichtsverlust: Dies wird vor allem durch vom erhöhten Harndrang ausgelöst. Einen Sonderfall gibt es aber bei Typ 1 Diabetes. Da die Zellen aufgrund der mangelhaften Blutzuckerverwertung, nicht mehr richtig mit Energie versorgt werden können, greift der Körper auf seine eigenen Reserven zurück – den Fettdepots.


  • Hautirritationen: Trockene oder juckende Haut ist ein weiteres Anzeichen von Diabetes. Dieses Leiden wird ebenfalls durch das häufige Wasserlassen ausgelöst.


  • Verlangsamter Wundheilungsprozess: Diabetes verursacht oftmals eine Schwächung des Immunsystems in Verbindung mit einer verschlechtern Durchblutung des Gewebes. Dadurch verlangsamt sich der Wundheilungsprozess deutlich.

  • Azeton-Atem: Dieses Symptom tritt vor allem bei Typ 1 Diabetiker ein. Der nach überreifem Obst riechende Atem entsteht durch den Abbau von Fettzellen infolge der verschlechterten Blutzuckerverwertung.

Auch wenn keines dieser Symptome auf Sie zutrifft, heißt das nicht, dass eine Diabetes Erkrankung ausgeschlossen werden kann, denn Diabetes Typ 2 verursacht oftmals lange keine Beschwerden. Grund dafür ist der langsam ansteigende Blutzuckerspiegel, was teils Monate oder Jahre dauern kann bis ein bestimmtes Level erreicht wird. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Form manchmal nur nebenbei oder auch gar nicht entdeckt wird. Dies ist auch der Grund für die extrem hohe Dunkelziffer von 30-50 Prozent. Wenn die Krankheit dann entdeckt wird, ist es in vielen Fällen bereits zu spät – diabetische Folgeschäden sind dann bereits eingetreten.


Typ 1 Diabetes hingegen entwickelt sich zum Teil schon nach wenigen Wochen oder Monaten. Auch die typischen Symptome lassen meist nicht lange auf sich warten. Vor allem der Durst und Harndrang sind Auslöser für einen Arztbesuch, der dann zu einer Diagnose führt. Handelt es sich beim Befund um Typ 2 Diabetes, so sollte man dies auch als Chance für die Zukunft sehen, denn wer seine Situation verbessern will muss sein Leben ändern. Eine gesunde sowie ausgewogene Ernährung und mehr Alltagsaktivität sind hier die Schlüsselbegriffe.





5. Diabetes Ursachen

Wenn man sich näher mit den Ursachen befassen will, muss man zunächst wieder einmal zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 unterscheiden, da sich die meisten Auslöser auf eine bestimmte Ausprägung beschränken.


Diabetes Typ 1

Diese Form der Zuckerkrankheit ist gleichzeitig eine Autoimmunerkrankung, weshalb man nach heutigem Stand davon ausgeht, dass die Auslöser teils genetischer Natur sind. Bricht die Erkrankung aus, führt dies zu einer stetigen Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen, bis das Hormon schließlich gar nicht mehr gebildet werden kann. Da Forscher Typ 1 diabetische Besonderheiten auch bei gesunden Patienten entdeckt haben, geht man davon aus, dass weitere Faktoren am Ausbrechen der Krankheit beteiligt sind. Ebenso können vorangegangene Viruserkrankungen zu einer Fehlprogrammierung der körpereigenen Abwehrzellen führen.


Diabetes Typ 2

Eine weitaus breitere Palette der Ursachen gibt es bei dieser Form der Zuckerkrankheit. Es ist bereits wissenschaftlich anerkannt, dass eine falsche Ernährung über einen längeren Zeitraum zu Diabetes Typ 2 führen kann. Daher empfehlen viele Therapeuten zunächst eine Umstellung der Lebensgewohnheiten bevor eine Behandlung mit Antidiabetika durchgeführt wird. Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Auslöser der Erkrankung.


  1. Ungesunde Ernährung: Hierbei ist vor allen der übermäßige Konsum von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln in Verbindung mit gezuckerten Getränken gemeint. Ernährt man sich über lange Zeit nach diesem Muster, führt dies häufig zur Insulinresistenz der Zellen.

  2. Wer häufig große Mengen Zucker und Weißmehl zu sich nimmt, zwingt seine Bauchspeicheldrüse mehrmals am Tag dazu, enorme Mengen Insulin zu bilden. Geschieht dies in Verbindung mit wenig Bewegung, welche folglich nur wenig Energie benötigt, ist ein Überschuss an Zucker im Blut unvermeidlich.

  3. Mangel an Bewegung: Wie gerade erwähnt begünstigt geringe körperliche Aktivität die Entstehung von Diabetes Typ 2.

  4. Übergewicht: In den meisten Fällen geht ein hohes Körpergewicht mit Diabetes Typ 2 einher. Studien zeigen, dass 60-70 Prozent dieser Personen an einer Insulinresistenz leiden. Daher sollten übergewichtige Menschen dringend versuchen abzunehmen, um das Risiko einer Folgeerkrankung zu vermeiden.

  5. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass chronische Entzündungen für eine Vielzahl von Krankheiten wie Arteriosklerose aber auch Diabetes mellitus verantwortlich sind. Man geht davon aus, dass diese Entzündungen vor allem mit dem Bauchfett zusammenhängen, da die Lipide dabei fördernd wirken und somit das Insulin auf Dauer an seiner Funktionsfähigkeit hindern.

  6. Fettleber: Auch eine Fettleber, welche meist durch längeren Alkoholmissbrauch entsteht, erhöht die Wahrscheinlichkeit an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

  7. Mangel an Antioxidantien: Dieser Faktor wird auch heutzutage noch häufig unterschätzt Es steht jedoch fest, dass eine Unterversorgung mit Antioxidantien nahezu jede Krankheit begünstigen kann. Ein solcher Mangel macht sich durch die Bildung freier radikale bemerkbar. Im schlimmsten Fall wird eine Insulinresistenz so beschleunigt oder verschlimmert.

  8. Magnesiumunterversorgung: Magnesium spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausschüttung von Insulin. Nur wenn der Mineralstoff ausreichend im Blut vorhanden ist, kann die Bauchspeicheldrüse das Hormon bilden. Magnesium verbessert ebenso die Aufnahmefähigkeit der Zellen gegenüber Zucker.




6. Diabetes Diagnose

Um eine mögliche Diabetes-Erkrankung festzustellen, gibt es zahlreiche labordiagnostische Methoden, die im folgenden Abschnitt erklärt werden. Doch zunächst soll ein Blick auf die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Werte geworfen werden. Entscheiden hierbei ist die Art der Messung. Wenn die oben genannten Werte als Referenz herangezogen werden sollen, müssen einige Regeln beachtet werden. Wie bereits beschrieben, muss es sich um Blut aus einer Vene handeln. Für das Kapilarblut müssten anderer Werte herangezogen werden.



Auch zwischen Vollblut und Blutplasma muss unterschieden werden. Im letzten Schritt müssen noch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die kurzfristig einen Anstieg des Blutzuckerspiegels verursachen können. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, sollte eine mehrmalige Messung erfolgen.

Nun wollen wir einen Blick auf die verschiedenen labordiagnostischen Methoden werfen:



HbA1c: Bei diesem Stoff handelt es sich um Glykohämoglobin. Der Name beschreibt einen Teil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) der sich in einer Bindung mit Glucose befindet (Glykierung). In der Labordiagnostik wird HbA1c verwendet um den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten Wochen zu bestimmen. Je mehr Glucose sich im Blut befindet umso stärker wird der rote Blutfarbstoff verzuckert. Der Wert wird dabei in Prozent gemessen und liegt bei gesunden Personen zwischen vier und sechs Prozent.

Fruktosamine: Ist der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum erhöht so ruft dies eine Anlagerung von Glucose an Eiweiß hervor. Dabei ist die Konzentration der Fruktosamine proportional zur durchschnittlichen Konzentration der Glucose. Eine Messung der Fruktosamine eignet sich vor allem bei ungewöhnlich hohen HbA1c-Werten oder bei einer Störung der Hämoglobin-Bildung (beispielsweise nach hohem Blutverlust oder einer Nierenerkrankung).

C-Peptid: Dieser Stoff ist Teil des sogenannten Proinsulins, welches in gleichem Maße wie das normale Insulin produziert wird. Allerdings verfügt C-Peptid über eine wesentlich längere Halbwertszeit, weshalb es labortechnisch wesentlich einfacher zu bestimmen ist.

Insulin: Auch das Hormon selbst kann gemessen werden. Zwar zeichnet es sich durch seine Instabilität aus, weshalb es oft schwierig ist einen genauen Wert zu ermitteln. Es eignet sich jedoch um kurze Blutzuckerspitzen aufzuspüren.

Harnzucker: Hierbei handelt es sich um eine Messmethode die heutzutage eher selten Anwendung findet, da es viele Faktoren gibt, die das Messergebnis beeinflussen können. Dazu zählen zum Beispiel eine Schwangerschaft sowie anderweitige Erkrankungen der Nieren. Gemessen wird dabei der Glukosegehalt im Urin.

Harnketone: Bei dieser Messmethode werden die sogenannten Ketonkörper gemessen. Sie entstehen durch den Fettabbau, verursacht durch einen niedrigen Blutzuckerspiegel. Bei einem akuten Insulinmangel kann es sogar zur Übersäuerung des Bluts kommen.

Autoantikörper: Dieses Verfahren eignet sich besonders um Diabetes Typ 1 nachzuweisen, da in etwa 80 Prozent der Fälle Antikörper nachgewiesen werden können. Dabei wird zwischen folgenden Autoantikörpern unterschieden:

  • GADA: Glutamatdecarboxylase-Antikörper
  • IAA: Insulin-Antikörper
  • IA-2: Antikörper gegen Tyrosinphosphatase




7. Ernährung bei Diabetes

Wie auch bei vielen anderen Krankheiten wirkt sich die richtige Ernährung in Verbindung mit einem gesunden Lebensstil positiv bei Diabetes aus. Dabei soll allerdings zwischen allgemeinen und mikronährstoffspezifischen Empfehlungen im folgenden Abschnitt unterschieden werden. Da es sich bei Diabetes Typ 1 um eine genbedingte Erkrankung handelt richten sich die meisten Tipps an Typ 2 Diabetiker, welche durch die Reduktion ihres Körpergewichts eine Chance auf Remission der Blutzuckerwerte haben. Diabetes Ernährung

Den wichtigsten Aspekt stellen dabei die Kohlenhydrate dar, da diese in direktem Zusammenhang mit dem Blutzuckerspiegel stehen. Es wird empfohlen, seine Energiezufuhr zu maximal 45 Prozent durch Kohlenhydrate zu decken. Ebenso sind Nahrungsmittel mit einen niedrigen glykämischen Index zu bevorzugen. Das heißt, Sie sollten Nahrungsmittel wie Hafer-, Dinkel-, Gersten- sowie Roggenprodukte weißmehlhaltigen Lebensmitteln vorziehen. Auch die Zuckerzufuhr sollte auf höchstens 10 Prozent des Gesamtenergiebedarfs gesenkt werden. Bei einem zufriedenstelle Blutzuckerspiegel entspricht dies einer Menge von 50 Gramm Zucker pro Tag.

An zweiter Stelle stehen Ballaststoffe von denen etwa 30 Gramm täglich aufgenommen werden sollten. Dabei sollte mindestens die Hälfte aus löslichen Fasern bestehen, da sie sowohl das Gesamtcholesterin senken als auch die Einstellung des Blutzuckers erleichtern. Generell ist auf eine niedrige Fettaufnahme zu achten. Maximal 30 Prozent des Gesamtkalorienbedarfs sollten durch Nahrungsfette gedeckt werden. Dies kommt besonders übergewichtigen Personen zu Gute, da es ihnen die Gewichtsreduktion erleichtert. Vermeiden Sie, wenn möglich, industriell hergestellte Transfettsäuren, da diese arteriosklerotische Prozesse fördern. Ideal wäre eine 50/50 Verteilung auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. Omega-3-Fettsäuren enthalten in Raps-, Soja- oder Leinöl) und gesättigte Fettsäuren (Käse, Butter, Wurst). Was den Makronährstoff Eiweiß angeht wird eine Menge von etwa 10-20 Prozent der Gesamtkalorien empfohlen, sofern keine Nierenschäden vorliegen. Als Bezugsquelle dienen vor allem Fleisch, Käse und Eier.

Für Diabetiker besonders empfehlenswert sind Hülsenfrüchtesowie Obst und Gemüse. (500-750 Gramm pro Tag) In Verbindung mit Alkoholverzicht und ausreichender Bewegung bieten die Tipps eine solide Grundlage für Typ 2 Diabetiker um ihre Gesundheitssituation zu verbessern. Nun wollen wir uns einem weiteren sehr interessanten ernährungsspezifischen Thema widmen – den Mikronährstoffen. Die moderne Medizin hat gezeigt, dass die zusätzliche Gabe von Mikronährstoffen spürbare Effekte auf den Zuckerstoffwechsel haben und die Menge des benötigten Insulins sowie Antidiabetika verändern können. Im Folgenden wird auf wichtige Nährstoffe und ihre Wirkungen eingegangen.

Den Anfang macht dabei Vitamin C, welches man vor allem im Zusammenhang mit Grippe und Erkältungen kennt. Aber auch bei Diabetes wirkt der Mikronährstoff positiv. Mit etwa 1-2 Gramm täglich kann man bereits zur Hemmung des Glykosylierung-Prozesses beitragen. Gleichzeitig verbessern sich Glukosewerte, die LDL-Oxidation und der Blutdruck. Im Gegensatz dazu eignen sich die B-Vitamine im Kampf gegen Nervenschädigungen, den so genannten Neuropathien. Bereits 300mg Vitamin B1, 100mg B6 und 1mg B12 können positive Resultate herbeiführen.

Ein weiterer wichtiger Wirkstoff ist Vitamin K, von dem bereits 500μg täglich ausreichen, um die Insulinresistenz zu vermindern. Auch der Mineralstoff Chrom ist in Sachen Diabetes nicht zu unterschätzen, denn er fördert die Bildung neuer Insulinrezeptoren und gleichzeitig die Insulinsensitivität. Des Weiteren reduzieren sich die Hypoglykämie-Symptome. Weitere Verbesserungen in Hinsicht auf Glukose-, Triglycerid- sowie HbA1c-Werte sind zu erwarten. Zwischen 200-1000μ sind ausreichend. Eine weitere Empfehlung liegt bei dem Mikronährstoff Magnesium vor, welcher nachweislich den Nüchternblutzuckerspiegel reduziert. Andere positive Auswirkungen sind: Verringerung der Insulinresistenz und geringeres Risiko für Spätfolgen von Diabetes. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 400-600mg. Weitere nützliche Mikronährstoffe: L-Carnitin (1-3g): Verbesserung der Symptomatik von Nervenschädigungen, sowie Ketonkörper und die Blutfettwerte Omega-3-Fettsäuren (1,5-3g): Verbesserung der Cholesterinwerte und des Blutdrucks





8. Diabetes Therapie

Wie auch bei den bisherigen Punkten muss auch in Sachen Therapie zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 unterschieden werden, da sich die Behandlungsansätze weitestgehend stark unterscheiden.



Diabetes Typ 1

Handelt es sich um diesen Typ von Diabetes vor, gibt es eigentlich nur eine herkömmliche Möglichkeit der Behandlung. Da bei Diabetes Typ 1 eine genetisch-bedingte Armut an Insulin vorliegt, besteht die einzige Möglichkeit dem entgegenzuwirken darin, das Hormon extern zuzuführen. Dies kann sowohl über Insulinpumpen als auch Insulinpens erfolgen. Eine orale Aufnahme in flüssiger Form oder als Tabletten kommt dabei nicht in Frage, da das Insulin sonst von der Magensäure zerstört werden würde. Grundsätzlich kann man bei der Therapie zwischen zwei Hauptformen unterscheiden. Bei der intensivierten Insulintherapie müssen sich Betroffene mehrmals täglich mit Hilfe des oben genannten Insulinpens ein Verzögerungsinsulin oder ein langwirksames Insulinanalogon spritzen. Der Name des Insulins leitet sich von seiner veränderten Struktur ab, welches eine langsame Abgabe in das Blut ermöglicht. Da es dem körpereignen Insulin nur ähnelt und nicht gleicht, hängt man den Begriff „analog“ an. Auch kurzwirkende Varianten können eingesetzt werden. Diese finden vor allem bei der Korrektur von Blutzuckerspitzen nach der Nahrungsaufnahme ihren Einsatz. Durch die Verwendung dieser beiden Formen des Insulins ermöglicht es den Patienten, das Medikament ihrem Lebensstil entsprechend flexibel anzupassen.



Eine weitere Art der Therapie erfolgt mit Hilfe einer Insulinpumpe, welche kein Verzögerungs- sondern nur ein kurzwirkendes Insulin verwendet. Das Gerät gibt das Hormon selbstständig in dad Unterfettgewebe ab, um eine kontinuierliche Basisversorgung zu erreichen. So ein Gerät funktioniert aber nur wenn die verabreichten Mengen regelmäßig in Zusammenarbeit mit einem Arzt überprüft und neu programmiert werden. Damit eine kontinuierliche Versorgung mit Insulin gewährleistet wird, müssen Patienten selbstständig eine Kanüle im Unterfettgewebe legen, welche den Katheter mit der Pumpe verbindet. Auch eine manuelle Bedienung der Insulinpumpe ist möglich, beispielsweise nach dem Einnehmen einer Mahlzeit.



Vorteile der Insulinpumpe:


  • Individuelle Anwenderprofile können erstellt werden. So erhält der Patient immer die optimale Menge an Insulin, egal ob am Tag oder während des Schlafes.
  • Auch eine kurzfristige Anpassung ist möglich. Dies eignet sich besonders für Sporttreibende, da der Blutzucker unter körperlicher Anstrengung sinkt.
  • Insulinpumpe
  • Ebenso kann die Insulinmenge individuell an eine Mahlzeit angepasst werden.
  • Durch die regelmäßige Insulin-Abgabe der die Pumpe, ist eine stabiler Therapieverlauf, sowie eine unauffällige Behandlung möglich. Diabetes Typ 2

Im Gegensatz zu Diabetes Typ 1 ist Typ 2 nicht genetisch bedingt. Auch Jahre nach der Erkrankung bildet der Körper noch Insulin, auch wenn die Menge natürlich geringer ist als bei einer gesunden Person. Das weitaus größere Problem ist jedoch die steigende Resistenz der Zellen gegenüber Insulin. Um diese Entwicklung zu stoppen gibt es generell zwei Möglichkeiten.

Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten:

Da in vielen Fällen von Diabetes Typ 2 Übergewicht der entscheidende Faktor ist, wird zunächst zu einer Gewichtsreduktion geraten. Eine absolute Nulldiät ist jedoch auch nicht empfehlenswert. Am besten sollten Sie Ihre Kalorieneinnahme etwas unter den täglichen Verbrauch senken. Die Erfolge sind zwar langfristig aber dafür kontinuierlich. Auch die Wahrscheinlichkeit eine schonende Diät durchzuhalten, ist deutlich höher als bei einer radikalen Veränderung der Kalorienzufuhr. Achten Sie ebenso auf eine ausgewogene Ernährung mit genügend Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten. Wer reichlich Ballaststoffe zu sich zu nimmt, erreicht schneller ein Sättigungsgefühl, was es leichter macht das Kaloriendefizit einzuhalten. Ebenso sollten Sie den Alkoholkonsum so stark wie möglich einschränken.

Auch Sport sollte Teil Ihres täglichen Lebens sein. Er hilft nicht nur dabei Fett abzubauen und Muskel aufzubauen, auch der Blutzuckerspiegel sinkt durch körperliche Betätigung. Studien haben ergeben, dass etwa die Hälfte der Neu-Erkrankten durch eine Gewichtsabnahme von etwa 10 Kilo eine Remission erreichen könnte. Daher werden Medikamente in der Regel erst verabreicht, wenn eine Lebensumstellung nicht den gewünschten Erfolg bringt.



Behandlung mit Medikamenten

Obwohl ein aktiver Lebensstil sowie eine Ernährungsumstellung oftmals ausreichend wären, akzeptieren viele Patienten lieber die Einnahme von Medikamenten, da der erste Weg als zu schwierig erscheint. Ist eine medikamentöse Therapie unausweichlich beginnt diese meist mit oralen Antidiabetika. Diese Mittel gewähren zumindest am Beginn noch eine Nutzung des körpereigenen Insulins. Dabei stehen folgende orale Antidiabetika zum Einsatz:
Alpha-Glukosidase-Hemmer:
Der Hemmer hindert das Enzym Alpha-Glukosidase daran Glukoseketten in einzelne Moleküle aufzuspalten. Dies hat zur Folge, dass die Aufspaltung von Kohlenhydraten länger dauert, bevor sie als Energielieferanten zur Verfügung stehen. Das Medikament wird in Tablettenform aufgenommen und kann unter Umständen zu Blähungen führen.
Biguanide: Hier spielt vor allem der Wirkstoff Metformin eine große Rolle, denn es bremst die Glukoseaufnahme im Darm, reduziert die Produktion von Zucker in der Leber und senkt die allgemeine Insulinresistenz. Eine mögliche Nebenwirkung dieses Mittels ist die Übersäuerung des Bluts.
Glitazone: Ähnliche wie Metformin reduzieren auch Glitazone die Insulinresistenz. Der Wirkstoff Rosiglitazon darf allerdings seit Ende 2010 nicht mehr verwendet werden, was zu kontroversen Diskussionen geführt hat, da es Patienten gibt die von dem Mittel profitieren.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Diese Medikamente imitieren das Darmhormon Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1), welches verschiedene Wirkungen hat. Die Insulinsekretion wird gesteigert wenn der Blutzuckerspiegel steigt oder bereits zu hoch ist. Sie verringern die Ausschüttung von Glukagon, welches blutzuckererhöhend wirkt. Außerdem verlangsamen sie die Darmaktivität, was wiederrum zu einer langsameren Verwertung der Kohlenhydrate führt.
DPP-4-Hemmer: Der Wirkstoff hemmt das Enzym Dipeptidyl-Peptidase-4, welches für den Abbau von GLP-1 verantwortlich ist. So bleibt es länger im Blut und kann seine oben erwähnten Wirkungen entfalten.
Sulfonylharnstoffe und Glinide: Diese Stoffe werden bereits seit langem eingesetzt und haben sich dabei bewährt. Sie fördern die körpereigene Insulinsekretion. Es besteht jedoch die Gefahr der Unterzuckerung, da die Wirkung eintritt, egal ob der Blutzuckerspiegel tief, normal oder niedrig ist.





9. Tipps bei Diabetes

Bereits heutzutage ist Diabetes eine der Volkskrankheiten schlechthin . Amerikanische Forscher gehen davon aus, dass 2050 knapp ein Drittel aller Erwachsenen von der Krankheit betroffen sein wird. Um diesem Trend entgegenzuwirken, gibt es einige simple Tipps, die Sie im Alltag befolgen können um Ihr Diabetes-Risiko zu senken.


Tipp 1: Ausreichend Bewegung

Schon eine halbe Stunde körperliche Aktivität täglich ist ausreichend, um die Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich zu senken. Dabei sind leichte Anstrengungen wie Radfahren, Spazieren gehen oder Schwimmen geeignet. Entscheidend ist hierbei die Regelmäßigkeit, nicht das Ausreizen des Leistungslimits. Wer diesen Ratschlag befolgt, wird bald die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist spüren.


Tipp 2: Richtige Ernährung

Wie bereits weiter oben erwähnt, spielt die richtige Ernährung eine wichtige Rolle bei der Prävention als auch Behandlung von Diabetes. Ein zentralen Baustein stellendabei die Mikronährstoffe dar. Auch kleine Veränderungen der täglichen Ernährung können sich positiv auswirken. Ersetzen Sie beispielsweise ungesunde Snacks durch Frucht- oder Gemüse-Smoothies. Besonders geeignet sind diese Drinks für Personen, die sonst eher wenig Salat essen.


Tipp 3: Zucker

Der Verzicht auf Zucker mag für viele Menschen im ersten Moment doch sehr radikal erscheinen, da es doch so viele leckere Süßspeisen gibt. Industriezucker ist aber auch die Wurzel vieler moderner Volkskrankheiten, da wir einfach viel zu viel davon konsumieren. Das geschieht oft unbewusst – besonders über Fertiggerichte nehmen wir große Mengen des Süßungsmittels auf. Da wir inzwischen so stark an Zucker gewöhnt und regelrecht abhängig sind, eignet sich für die Meisten wohl eine Schritt-für-Schritt-Entwöhnung. Probieren Sie es doch einfach aus und spüren Sie selbst die positiven Auswirkungen auf Ihren Körper.


Tipp 4: Vitamin D

Mehr als die Hälfte der weißen Amerikaner und Europäer leiden an einem Vitamin-D-Mangel – dabei ist die Lösung des Problems so einfach. Tanken Sie Sonne sofern es das Wetter zulässt. Täglich reichen schon mehrere Minuten in der Sonne aus, um einem Mangel an Vitamin D entgegenzuwirken. Wer keine Möglichkeit hat in die Sonne zu gehen, kann Vitamin D natürlich auch über die Nahrung (Lebertran, Räucherhering, Aal etc.) aufnehmen. So beugen Sie zahlreichen Krankheiten wie Diabetes, Herzleiden, Osteoporose und Arteriosklerose vor.


Tipp 5: Fertiggerichte

Wie bereits erwähnt enthalten viele Fertiggerichte Zusatzstoffe, die sich in großen Mengen negativ auf unsere Gesundheit auswirken können. Daher wird empfohlen, Fertiggerichte durch frische Lebensmittel zu ersetzen. Auch das Weglassen von Weißmehlprodukten ist empfehlenswert – verwenden Sie stattdessen Vollkorn. Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, können Sie auch auf nitrathaltige Lebensmittel wie zum Beispiel Gepökeltes verzichten. Einige dieser Schritte erscheinen im ersten Moment vielleicht etwas radikal, doch wer gesund sein und bleiben will, muss seine Lebensgewohnheiten vielleicht nochmal überdenken. Ihr Körper wird es Ihnen mit Sicherheit danken.





10. Sonderformen von Diabetes

Wie Sie aus der folgenden Liste entnehmen können, gibt es einige Sonderformen der Zuckerkrankheit. Die Klassifikation in acht Unterkategorien wurde 1999 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etabliert.


• Genetische Defekte an der Betazelle (MODY; neonataler Diabetes)
• Genetische Defekte der Wirkung des Insulins (Typ-A-Insulinresistenz)
• Erkrankung der Bauchspeicheldrüse; pankreativer Diabetes (Pankreatitis, Neoplasie)
• Hormonell-bedingter Diabetes (Cushing Syndrom, Akromegalie)
• Diabetes durch Medikamente (Antipsychotika, Schilddrüsenhormone)
• Infektionen (Zytomegalievirus)
• Immunvermittelte Diabetes (Insulin-Autoimmun-Symptom)
• Mit Diabetes assoziierte, genetische Syndrome (Down-Syndrom, Chorea Huntington)


Auch wenn die Liste der Diabetes Sonderformen lang ist, so muss man sich doch bewusst werden, dass 95 Prozent der betroffenen unter Typ 1 und Typ 2 der Erkrankung leiden.





11. Diabetes Mythen

Mythos 1: Zucker verursacht Diabetes

Zucker ist kein direkter Auslöser von Diabetes, jedoch fördern häufige Süßspeisen Übergewicht, welches wiederrum sehr wohl zu Diabetes führen kann. Als besonders gefährlich wird das Bauchfett bei Männern angesehen. Daher gilt: Lieber mal einen Apfel statt Schokolade.


Mythos 2: Alle Diabetiker sind übergewichtig

Diese Behauptung ist nicht korrekt. Diabetes Typ 1 wird durch genetische Veränderungen im Körper ausgelöst und hat daher nichts mit dem Gewicht zu tun. Typ 2 Diabetes hingegen wird durch Übergewicht ausgelöst, weshalb die Aussage hier zutreffen würde.


Mythos 3: Hohen Blutzucker erkennt man ganz einfach

Ganz im Gegenteil: Diabetes ist eine der Erkrankungen, die häufig erst nach langer Zeit entdeckt wird, da die Symptome zunächst keine Schmerzen oder ähnliches bereiten. Auch der vermehrte Durst und Harndrang können zunächst übersehen werden. Kommen Symptome wie Müdigkeit oder Gewichtsverlust hinzu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen


Mythos 4: Diabetiker müssen Insulin spritzen

Diese Aussage trifft nur auf Typ 1 Diabetiker zu, da ihre Bauchspeicheldrüse kein eigenes Insulin bilden kann. Im Falle von Diabetes Typ 2 reicht oftmals schon eine Ernährungsumstellung sowie mehr Bewegung im Alltag um den Blutzucker zu normalisieren.


Mythos 5: Nur alte Menschen bekommen Diabetes Typ 2

Falsch! Dieser Annahme kommt von der umgangssprachlichen Bezeichnung der Krankheit: „Altersdiabetes“. Früher war diese Bezeichnung noch relativ genau, was sich heutzutage aber nicht mehr so einfach behaupten lässt. In den letzten Jahrzehnten leiden auch immer häufiger junge Menschen und sogar Kinder an der Krankheit. Geschuldet ist dies vor allem falscher Ernährung, die bereits im Kindes- und Jugendalter zu Übergewicht führt.


Mythos 6: Diabetiker sollten sich nicht überanstrengen

Man sollte natürlich seine eigenen Grenzen kennen, jedoch ist körperliche Anstrengung eher als positiv zu bewerten. Sie hilft dabei Übergewicht abzubauen. Auch der unmittelbare Blutzuckerspiegel wird gesenkt. Des Weiteren profitieren das Herz-Kreislauf-System sowie die Cholesterinwerte.





12. Diabetes in Zukunft

Die Zukunftsaussichten wurden bereits in vorherigen Abschnitten kurz erwähnt, dennoch soll hier nochmal ein Gesamtüberblick gegeben werden. Bereits heutzutage sind mehr als sechs Millionen Menschen alleine in Deutschland von Diabetes betroffen – Tendenz steigend. Amerikanische Forscher gehen davon aus, dass zur Mitte des Jahrhunderts rund ein Drittel aller Einwohner der USA an Diabetes leiden wird. Ein Trend der gestoppt werden muss. Daher wollen wir einen Blick auf aktuelle Forschungsergebnisse werfen um abschätzen zu können, ob Heilungschancen in Zukunft bestehen. Eine neuartige Form der Therapie bei Diabetes ist die Stammzellenbehandlung als Alternative zu Insulin. Es gibt zwei Möglichkeiten um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Entweder erfolgt eine Transplantation der gesamten Bauchspeicheldrüse (Pankreastransplantation) oder lediglich die Verpflanzung der insulinproduzierenden Zellen (Pankreasinseltransplantation). In den letzten Jahren konnten damit erstaunliche Fortschritte erreicht werden, so dass Patienten teils sogar ganz auf die Insulinspritzen verzichten konnten. Als limitierender Faktor tritt hier allerdings die begrenzte Zahl an Spenderorgangen auf. Daher versucht man seit einiger Zeit die entsprechenden Zellen synthetisch herzustellen. Sollte dieser Schritt in Zukunft gelingen, so könnte Diabetes in Zukunft sogar geheilt werden, was nicht nur für Patienten positiv ist, sondern auch für die Gesundheitssysteme, welche enorm entlastet werden würden.





13. Diabetes bei Tieren

Wie die Überschrift dieses Abschnittes erahnen lässt, sind Menschen nicht die einzigen Säuger, die an Diabetes erkranken können – besonders häufig sind des Menschen beste Freunde, Hunde und Katzen, betroffen. Bei Tieren tritt die Zuckerkrankheit meist erst im späteren Lebensverlauf auf. Eine Erkrankung im Jugendalter ist dagegen eher selten. Bei Katzen sind beide Geschlechter gleich häufig betroffen, wohingegen in der Hundewelt hauptsächlich weibliche Tiere erkranken. In der Regel sind dabei meist kleinere Rassen wie Pudel oder Dackel gefährdet. Auch im Tierreich gibt es eine Unterscheidung zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2. Typ 1 liegt vor, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genügend oder gar kein Insulin produziert. Von Typ 2 spricht man, wenn die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin bildet dieses aber nicht korrekt von Körperzellen verwertet werden kann.

Diabetes Tiere Ähnlich wie beim Menschen gelten auch bei Tieren die üblichen Auslöser der Zuckerkrankheit: Übergewicht, Stress, Arzneimittel sowie genetische Defekte. Auch bei den Vierbeinern ist das Insulin für den Transport des verdauten Zuckers vom Blut in die entsprechenden Zellen verantwortlich. Liegt Diabetes vor, staut sich der Zucker im Blut an, was wiederum zur Überzuckerung des Blutes führt. Bis zu einem gewissen Maß kann die Niere den überschüssigen Zucker über den Urin ausscheiden. Gelingt dies nicht mehr, treten die typischen Symptome des Diabetes ein. Ein erstes Kennzeichen der Erkrankung ist das verstärkte Durstgefühl, was folglich zu häufigem Urinieren führt. Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu regelrechten Hungerattacken bei den betroffenen Tieren kommen. Trotz der vermehrten Nahrungsaufnahme kommt es durch den gestörten Stoffwechsel zur Gewichtsabnahme. Wird die Krankheit weiterhin nicht erkannt machen sich Atem- sowie Bewusstseinsstörungen bemerkbar. Unbehandelt führt Diabetes bei Tieren schließlich zu einem Zuckerkoma, welches tödlich enden kann.

Besteht der Verdacht auf Diabetes, muss eine fachliche Untersuchung beim Tierarzt erfolgen. Um die Erkrankung zu diagnostizieren, werden sowohl Blut als auch Urinproben auf ihren Zuckergehalt hin untersucht. Bestätigt sich der Verdacht, so gibt es zwei Möglichkeiten der Behandlung. Zunächst versucht man den Blutzuckerspiegel mittels einer entsprechenden Diät zu normalisieren. Reicht dies nicht aus, ist eine externe Zuführung nötig. Wird der Diabetes rechtzeitig erkannt und behandelt, so stellt die Erkrankung im Normalfall keine allzu großen Einschränkungen im Alltag dar, weshalb Sie die Zeit mit Vierbeiner auch weiterhin genießen können.

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4 Kommentare zu “Diabetes”

  1. Norbert sagt:

    Ich habe seit etwa 10 Jahren Mellitus 2. Durch weglassen von Kohlehydraten, wie Nudeln und viel Brot sowie Kartoffeln habe ich mein Gewicht in 3 Jahren um 12 Kg senken können.
    Ich bin 190 cm lang und wiege jetzt 94 Kg, fühle mich s…wohl und der Blutzucker hat sich auf 130 am Morgen gesenkt. Das finde ich ok wobei ich keinerlei Nebenerscheinungen feststelle.
    1/2 Stunde am Tag flott gehen, auch mal bergauf senkt sofort den Zuckerspiegel, ebenso 1 bis 2 x die Woche eine Stunde Fitness. Ich bin 74 Jahre alt und fit.

  2. reuz sagt:

    hallo lari, ich kann dir dazu sagen, das ein bekannter von mir das jedenfalls geschafft hat. er hat damit um die 30 kilo abgenommen und seine blutzuckerwerte sind seit dem ziemlich normal. das thema mit den vitaminen und so leuchtet mir trotzdem ein, von nix kommt nix ;)
    ich hoffe, das reicht als anreiz, viel erfolg und lass hören wies dir ergeht!
    reuz

  3. Lari707 sagt:

    Hallo,
    ich habe seit 2 Jahren Typ2 Diabetes und versuche jetzt mit der LOGI Methode abzunehmen. Stimmt es wirklich, dass man damit gesund oder wenigstens gesünder wird und sich vielleicht das Spritzen erspart? Das wäre echt ein großer Anreiz für mich…
    Danke schon einmal,
    Lari707

  4. Robert sagt:

    Vielen Dank für die Informationen auf dieser Seite. Gerade das mit den Nährstoffen war mir persönlich neu, aber der Ansatz gefält mir! Vielleicht hat jemand damit schon gute/schlechte Erfahrungen gemacht?

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